Dienstag, 24. April 2012

Es geht auch anders!

In letzter Zeit liest man in den diversen Blogs und Foren ja eigentlich nur noch über Negativ-Schlagzeilen und kritische Sichtweisen über unser gemeinsames Hobby!

  • Da werden wie eigentlich jedes Jahr "üblich" Höhlen, Bunker, Stollen u.ä. zu Zeiten aufgesucht, in denen es lt. § 44 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) nicht erlaubt ist - Stichwort Fledermausschutz und -missachtung ...
    Quelle: Posts bei "Geocaching, oder die Suche nach der Tupperdose"
  • Hier wird über die Zerstörung der Natur in diversen Formen - von Kletterbäumen (mit und ohne Equipment), Missachtung des Wegegebots in Naturschutzgebieten, Caches an Hängen etc. berichtet ...
    Quelle: Post bei "Geocaching-MS.de"
  • Wiederum in diesem Post wird über das feige, anonyme Bashing berichtet, wenn ein berechtigter SBA-Log geschrieben wird ...
    Quelle: Post bei "Geocaching-MS.de"
  • ... und es gibt diverse andere Posts, bei denen man beim Lesen einfach nur heftig mit dem Kopf schütteln kann - wenn das mal keine Genickstarre gibt!

Aber wie oben geschrieben geht es auch anders! In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Caches, die an Orten platziert wurden, die schnell die Aufmerksamkeit der Obrigkeit, der Rennleitung oder anderer Institutionen hervorrief. So war es auch hier, aber ...

Hintergrund: Der Owner hat in gutem Glauben einen kleinen Cache versteckt an einem Ort am Rande des Hamburger Flughafens, an dem es diverse Parkmöglichkeiten und Parkscheinautomaten gibt - und ist von öffentlichem Grund ausgegangen! Hier trifft man häufig auch Leute an, die einem anderen Hobby nachgehen - dem Plane Spotting. Dabei geht es darum verschiedene Flugzeugtypen in unterschiedlichen Start-, Lande- und Durchflugaktionen zu fotografieren. Und die Ausübenden sind irgendwie genauso "Plemplem" wie wir Geocacher!!! Eigentlich eine schöne Idee und ein "passender" Vergleich ... ;-)

Wie gesagt ist der Owner von öffentlichem Grund ausgegangen - bis eine Note des Hamburger Flughafens eintrudelte ...

Wir bitten darum, diesen Cache hier zu entfernen und nicht weiter an der Stelle zu suchen! Der Cache liegt auf dem Betriebsgelände des Hamburger Flughafens und in empfindlicher Nähe zum Sicherheitsbereich. Es kann da bei der Suche vor Ort schnell zu Missverständnissen kommen, die wir uns alle miteinander besser ersparen sollten. Da die Dose offensichtlich schon verschwunden ist, hat möglicherweise schon einer unser aufmerksamen Mitarbeiter zugegriffen. Da wir durchaus einige Mitarbeiter haben, die selber diesem schönen Hobby nachgehen, haben wir grundsätzlich Verständnis für das Hobby an sich, nur gibt es eben Orte die nicht unbedingt zum Cachen einladen sollten - es gibt durchaus andere Orte, die ebenfalls zum Spotten einladen und grundsätzlich risikoloser sind. Wir bitte um Verständnis.

Quelle: Note des Flughafens Hamburg

... und diese Reaktion zeugt von Verständnis und vernünftigen Ansichten und Umgangsformen. Da wird versucht in konstruktiver Art mit dem (unbekannten) Gegenüber zu kommunizieren, was dann auch die nötige und richtige Reaktion hervorrief!

Die Dose ist nun auch entfernt worden.
Hatte mich von der Strasse und dem Bezahlparkplatz davon verleiten lassen, dass dieser Ort öffentlich sei.

Entschuldigung nochmals für die Fehleinschätzung. Werde zukünftig besser aufpassen.
DANKE an die Rechtsabteilung für die freundliche Mitteilung.

Quelle: Archive-Note des Owners

Es ist schön, wenn man auch mal positive Reaktionen mitbekommt, wenn es um Caches an empfindlichen oder kritischen Stellen geht - natürlich muss sich immer der Owner im Vorwege Gedanken bei der Wahl des Verstecks machen und darf sich nicht auf die hoffentlich vernünftige Verhaltensweise der Sucher berufen ...
... diese haben teilweise ja leider jegliche Form von Vernunft abgelegt und scheren sich einen Sch**** um die Umwelt, die uns alle angehen sollte!!! Dass das auf die normal agierende Community abfärbt ist den schwarzen Schafen unter uns natürlich vollkommen egal ...

Aber das geschilderte Beispiel ist ein schöner Anlass, auf eine Umkehr zu normalen Verhaltensweisen hoffen zu dürfen!!! Wenn es auch ob der vielen Beispiele eine minimale Hoffnung ist ...

Ich hoffe, dass auch einige diese Zeilen lesen, die eher "gedankenlos" dem Hobby nachgehen - es geht um sehr viel mehr als nur die "Tupperdose irgendwo im Wald" ...

Montag, 23. April 2012

R.I.P. Hartwig

Es war einer der grandiosesten und unvergesslichsten Erlebnisse - und gern denke ich an einen genialen Abend in den Wäldern nahe Lüneburg zurück! Und nun kam das - leider - unrühmliche Ende eines fantastischen und herausragenden Caches ... SCHADE!!!

In den letzten Wochen hat sich insgesamt leider einiges zugespitzt und die Lager waren gespalten - aber gingen fair miteinander um! Auf der einen Seite die Owner, die natürlich aufgrund der "Nachfrage" ein gewissen Interesse hatten, den Cache am Leben zu halten - auf der anderen Seite die örtliche Jägerschaft, die in der jüngsten Vergangenheit häufiger Probleme mit Cacherudeln hatten ...

Es ist einfach nicht mehr zu steuern und führt weiterhin, wie mir grad über e-mail mitgeteilt wurde, dazu, dass sich 15 Personen nachts im Wald bewegen.
Zitat aus der zweiten Note des Jägers
Und das obwohl die Owner von vornherein von sich aus ausdrücklich hingewiesen haben:
Großrudelcachen schadet dem "Butcher" ...
Zitat aus dem Listing
Wenn man dann verschiedenste Reaktionen, Logs, Notes und SBA-Logs liest fragt man sich natürlich, was sich manche Cacher denken - ich sage es mal so: Die denken überhaupt nicht - wahrscheinlich haben sie ihr Hirn nach der Grundschule bei der Lehrerin abgegeben ...

Hier einige Auszüge aus Logs, die diesen Gedanken irgendwie nur untermauern können - wobei ich hier bereits betonen möchte, dass es sich natürlich ausschließlich um meine subjektive Auswahl handelt!
...ich war zweimal vor Ort - jedesmal habe ich andere Teams mit Flagscheinwerfer, mit Auto (!!!) und in großen Gruppen im Wald gesehen....ich finde das respektlos und unangebacht.

Das nachfolgende Rudelcachen war nicht nur kontraproduktiv, sondern peinlich und vernünftigen Menschen unwürdig.

Als XXL Cachingteam sind wir gestartet und wurden dann noch 3 mehr ...

... konnten unsere Pole-Position nur mit Mühe gegen andere Cacher verteidigen, die (vermutlich) ohne Anmeldung angereist sind (Hey, wozu gibt es Regeln?!)

Rudelcachen bei "zum Glück nur Halbmond"! und sollte er im Archiv landen, egal er ist fertig - "nach mir die Sintflut!"...

Um ehrlich zu sein, war es uns auch zu voll mit zuvielen Funzeln in der Nacht.
Dies ist nur eine selektive Auswahl der Kommentare, bei denen man schon mit dem Kopf schütteln muss - und da es insgesamt noch so einige weitere gibt, hätte ich sicher in kurzer Zeit eine Genickstarre!!! Um es deutlich zu sagen ist die o.g. Auswahl ein Auzug aus Fundlogs und (ungläubigen) Logs von Cachern, die das Treiben beobachtet haben.

Die Owner haben in meinen Augen alles menschenmögliche getan, damit die Suche in geordneten Bahnen bleibt - ich habe keine Ahnung ob es einen Kontakt mit dem Jäger gegeben hat, der sich mit zwei verständnisvollen Notes zu Wort gemeldet hatte, aber das ist auch die Sache der Owner!
Letztlich ist der unmögliche Überfall auf das Waldstück, in dem Hartwig sein "zu Hause" hatte, den Cachern geschuldet, die sich keine Gedanken um die Umwelt im Allgemeinen machen - "upps, der Cache soll geschlossen werden - da müssen wir alle möglichen Cacher zusammentrommeln, die den auch noch gemacht haben wollen ..." So kommt es natürlich dazu, dass bis zu 15-17 Cacher einfallen und die Nacht zum Tag machen!

Es wäre insgesamt sicher möglich gewesen mit der Jägerschaft einen Kompromiss zu finden ...
Durch das Nachtcaching besonders bei Mondlicht machen schon 2 oder 3 Leute die Jagd auf Wildschweine unmöglich und Sie gefährden sich selbst erheblich und das jede Nacht. Aber es sind ja nicht nur 2 oder 3 Personen sondern so ca. 15 bis 17 Personen z.B. 6. und 8. April 2012. Wenn ich dann noch ortsansässige nachts im Wald bei Vollmond treffe ( wo doch geschrieben steht "nicht bei Vollmond" ) fällt mir da nichts mehr zu ein nicht wahr Manfred ! Die entsprechenden Grundbesitzer haben mir eine Vollmacht ausgestellt, dass Verstecken und suchen auf derem Grund und Boden zu verbieten. Ich werde mit dem Owner vor Ort über den Konflikt sprechen und vielleicht können wir eine Lösung finden.
Zitat aus der ersten Note des Jägers
Hier war ja schon eine Kompromissbereitschaft und ein Lösungswille erkennbar - besonders im von mir gefetteten Satz - aber dass nach den danach folgenden Rudelaufläufen irgendwie die Bereitschaft gen Null sank - und das wahrscheinlich auch auf Seiten der Owner - dürfte nicht allzu schwer zu verstehen sein!!! Aber leider ist das nicht allen zu vermitteln! Und der Egoismus ist da eine größere Triebfeder ...

So möchte ich mich nun (wahrscheinlich) für immer von "Hartwig by night" verabschieden - und JoFrie und Team Bullenherde für eine richtig geniale Erfahrung danken!!! Ich hoffe es ist OK, wenn ich Euer Hintergrundbild hier als "letzte Erinnerung" mit einstelle ...


R.I.P.!!!